Fachtag 16. Dez., 12:00 – 18:00 Uhr

Fachtag „Kulturelle Vermittlung / audience development“ in Kooperation mit ZAIK
Alte Feuerwache, Raum „Forum“, Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Momentan gibt es im Bereich „Kulturelle Vermittlung“  einen starken Fokus auf Migranten, Kinder und Jugendliche, Senioren etc.. Der Bereich „audience development“ sowohl als „Vorstellungsbegleitung“ als auch im Bereich langfristiger Kooperationen und Publikumsgewinnung boomt.  Die Anzahl der „Spezialisten“ sowie die Extra-Fördertöpfe für diese Formate nehmen stetig zu.

Uns stellen sich dabei viele Fragen, die wir beim Fachtag gemeinsam erörtern werden: Ist der Bereich Vermittlung eigentlich nur ein Marketing und Verkaufs-Tool oder steckt mehr dahinter? Woher kommt das Interesse bestimmter Förderer wie z.B. der Kulturstiftung des Bundes „Vermittlung“ als Bedingung für eine Förderung auszuschreiben (TANZLAND)?

Wo bleiben dabei die „normalen Zuschauer“ – was sind überhaupt die Bedürfnisse der „normaler Zuschauer“ und braucht es überhaupt spezielle „Vermittlungsformate“ für „besondere“ Gruppen bzw. gibt es überhaupt noch das „normale“ Publikum oder nur noch „besondere Zielgruppen“ und wer will denn schon selber gerne eine spezielle Zielgruppe sein….

Wie sieht es diesbezüglich in unseren Nachbarländern aus? Welche Formate werden dort verfolgt und wie wird dort getrennt.

Anhand praktischer Beispiele werden wir verschiedene Formate im Bereich Kulturelle Vermittlung/audience development praktisch vorstellen, uns damit auseinandersetzen und diese und weitere Strömungen mit Experten diskutieren.

Eintritt frei.
Um vorherige Anmeldung unter orga@tanztausch.de wird gebeten.

Moderation:
Mareike Uhl (Theaterwissenschaftlerin, Koordinatorin Tanzplattform Rhein-Main, Frankfurt

Fachtag „Vermittlung / audience development“

12:00 Begrüßung
12:10 praktische Einführung Eva Bormann (Choreografin, Nürnberg)
12:30 Anschl. Vorstellung Format, Ursprung, Erfahrungsbericht, Teilnehmerfeedback Eva Bormann
13:00 Beispiel Niederlande Jan Zobel (Programmamaker Stad en Regio, Schouwburg Kunstmin, Dordrecht)
13:30 Kaffepause
14:00 Praxis – „physical introduction“  / anschl. Vorstellung Format etc. Vertretung Studiengang MA CoDE, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt
14:45 Braucht gute Kunst wirklich eine (zielgruppengerechte) Vermittlung? Gesa Piper (Tänzerin, Performancekünstlerin und Pädagogin, Helsinki)
15:15 Filmbeitrag ZAIK /Schauspiel Köln ZAIK
15:30 ZAIK / SCHAUSPIEL KÖLN –Vorstellung,
Idee, Hintergrund etc.
Bewegungsworkshop: IF/THEN FÜR ALLE
Hannah Sampé, Philip Hansen (Studierende Tanzvermittlung ZZT, Köln)
Hanna Koller (Leitung Tanz, Schauspiel Köln)
16:00 Pause
16:30 Podiumdiskussion Gäste
ca 17:15 offene Diskussion mit Teilnehmern etc.
17:45 Ausklang
Gäste Diskussion:  – Almuth Fricke (Leiterin des Kompetenzzentrums für Kulturelle Bildung im Alter und Inklusion (kubia))
 – Nina Hänel (Betreuung BA Tanzvermittlung, ZZT Köln)
 – Henrike Kollmar (Tanzvermittlung nrw landesbüro tanz)
 – Sabine Reich (Projektleitung TANZLAND)
 – Patrick Ritter (Kulturwissenschaftler, Beratung und Vernetzung – Förderfonds Interkultur Ruhr)

Der Fachtag wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln

Mareike Uhl, Theaterwissenschaftlerin, Koordinatorin der Tanzplattform Rhein-Main
Mareike Uhl studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Rennes (F). Nach Stationen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Nationaltheater Mannheim, TAT und Schauspiel Frankfurt arbeitete sie als Produktionsleiterin und Dramaturgin für Tanz-, Performance- und Filmproduktionen sowie als Übersetzerin. Seit Ende 2008 gehörte sie fest zum Team des Tanzlabor 21, dessen Projektleitung sie 2012 übernahm. Seit 2016 ist sie leitende Projektkoordinatorin der Tanzplattform Rhein-Main, einem Kooperationsprojekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett.

Eva Borrmann, freiberufliche Choreografin
Eva Borrmann ließ sich im klassischen und zeitgenössischen Tanz ausbilden, bevor sie am Staatstheater Nürnberg u.a. mit Johann Kresnik, Laura Scozzi sowie mit freien Tanz- und Theaterschaffenden in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Linz, Köln und Paris zusammenarbeitete. Mit ihrer Kompanie PLAN MEE hinterfragt sie, ausgehend von aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen, die Strukturen in denen wir leben und analysiert den kulturell, politisch und sozial geformten Körper. Zu den engsten Kooperationspartnern gehört u.a. die Tafelhalle Nürnberg. Zurzeit studiert sie neben ihrer Arbeit mit PLAN MEE am Institut für Theaterwissenschaft in Bern den MAS „Dance / Performing Arts“, ein berufsbegleitendes Masterprogramm, in dem Zusammenhänge zwischen Tanz, Theater und Performativität in interdisziplinärer und internationaler Perspektive untersucht werden. Sie ist aktives Mitglied der Tanzzentrale Nürnberg e.V.

Jan Zobel, Programmamaker Stad en Regio, Schouwburg Kunstmin, Dordrecht NL
Jan Zobel studierte Tanz an der Hochschule für Tanz in Köln, an der Rotterdamse Dansacademi, an der John Cranko Schule in Stuttgart sowie an der Ballettschule des Hamburg Ballett von John Neumeier. Im Anschluss arbeitete er bei verschiedenen Compagnien, vor allem in Belgien und den Niederlanden, u.a. bei Michael Laub und Alain Platel. Er unterrichtete Tanztechnik und –dramaturgie an verschiedenen Schulen in den Niederlanden und Belgien bevor er die Künstlerische Leitung des Königlichen Konservatorium Abteilung Tanz, Antwerpen übernahm. Er war Geschäftsführer von Tanzkompagnien in Tilburg (NL), bei DansBrabant und leitete das Theater DE NWE FORST in Tilburg sowie das Festival Incubate. Seit 2017 leitet das Programm „Audience develoment“ für das Theater Kunstmin in Dordrecht.

Gesa Piper, freischaffende Tanz- und Performance-Künstlerin und -Pädagogin.
Nach 15 Jahren Ballett-Erfahrung studierte Gesa Piper an der Kunsthochschule ArtEZ in Arnheim Bühnentanz und Choreografie. Sie arbeitete einige Jahre als freischaffende Tänzerin und Choreographin, in performativen Installationen und Bühnenstücken und arbeitete als choreografische Assistenz für diverse internationale Choreograf*innen im mitteleuropäischen Raum. Seit 2011 lebt sie in Helsinki, wo sie ihren Master in Tanz Pädagogik mit dem Nebenfach Life Art and Performance Studies abschloss. Derzeit unterrichtet sie teils an der Theater Akademie Helsinki und arbeite nebenher freischaffend in verschiedenen Projekten, von immersive one-on-one performance Strukturen bis hin zum traditionellen Abendprogrammen.

Hanna Koller, Kuratorin Tanz am Schauspiel Köln

Almuth Fricke, Leiterin des Kompetenzzentrums für Kulturelle Bildung im Alter und Inklusion
Almuth Fricke, M. A., Literaturwissenschaftlerin und Kulturmanagerin (Dipl.), leitet seit 2007 das Institut für Bildung und Kultur e. V. (ibk) in Remscheid. Unter ihrer Leitung entstand mit „kubia“ das Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und Inklusion. Sie entwickelte zahlreiche Forschungsvorhaben und Modellprojekte zur Kulturellen Bildung und Beteiligung im Alter und ist beteiligt an verschiedenen europäischen Partnerschaften. Sie ist Mitgründerin und Fachleiterin der Weiterbildung „Kulturgeragogik“ an der Fachhochschule Münster.www.ibk-kubia.de

Nina Hänel, Schwerpunkt Tanzvermittlung, ZZT Köln
Nina Patricia Hänel lehrt am Zentrum für Zeitgenössischen Tanz (ZZT) der Hochschule für Musik und Tanz Köln in den Feldern Zeitgenössische Tanztechnik, Tanzvermittlung, Improvisationstechnik und Feldenkrais-Methode® und war dort maßgeblich am Aufbau des Studienschwerpunkts Tanzvermittlung beteiligt. Sie war von 2014-16 Teil des Forschungsteams im vom BMBF-geförderten Forschungsprojekt “InnoLernenTanz” an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden, welches sich mit der Entwicklung somatisch orientierter Lehr-/Lernkonzepte in der TänzerInnenausbildung befasste, und wirkte an der Entwicklung des Handbuches “Tanz praktizieren – ein somatisch orientierter Ansatz” (Hrsg. Jenny Coogan) mit.

Sie arbeitete mit namhaften internationalen ChoreographInnen wie cie. club guy&roni, Anouk van Dijk, dh+ David Hernandez & collaborators oder Cie. Blue Elephant/In Jung Jun zusammen und absolvierte von 2007-09 den Masterstudiengang MA CoDE an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Sie ist zertifizierte Feldenkrais-Practitionerin®. Neben ihrer tanzkünstlerischen Praxis und Lehrtätigkeit absolviert sie derzeit einen zweiten Masterstudiengang in Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Henrike Kollmar, Tanzvermittlung, nrw landesbüro tanz

Nach einer Ausbildung zur Tanz- und Bewegungspädagogin studierte sie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Germanistik an der Universität zu Köln. Als Autorin arbeitete sie u.a. für den Westdeutschen Rundfunk und die Deutsche Welle, sowie als freie Mitarbeiterin für ballett international/tanz aktuell, tanzdrama und im Deutschen Tanzarchiv Köln. Ab 2000 arbeitete sie als Dramaturgin in Düsseldorf am tanzhaus nrw und kuratierte Programmschwerpunkte und Festival, betreute Produktionen und Residenzen, entwickelte Laborprojekte sowie Tagungsformate in Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern. Sie betreute das Format der Physical Introduction über mehrere Jahre bei der Implementierung als kontinuierliches Vermittlungsprogramm und konzipierte ab 2016 den Bereich der Vermittlung im tanzhaus nrw neu. Seit Oktober 2017 arbeitet sie im Bereich Tanzvermittlung im nrw landesbüro tanz in Köln und ist als freie Dramaturgin tätig.

Sabine Reich, Programmleitung TANZLAND
Sabine Reich studierte in Bonn, Bochum und Madrid Komparatistik, Philosophie und Theaterwissenschaft. Erste Dramaturgiemitarbeit am Schauspielhaus Bochum, Assistenz am Burgtheater Wien, danach freie Dramaturgin in Berlin und New York, Lehrbeauftragte der Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, 2004 im Team von Frank Castorf bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Von 2005 – 2010 Dramaturgin am Schauspiel Essen unter der Intendanz von Anselm Weber, beteiligt u. a. an den Projekten „Eichbaumoper“, „Odyssee Europa“ und für Frie Leysen im Team von „Theater der Welt 2010“. Ab 2010 am Schauspielhaus Bochum, von 2013 bis 2015  als geschäftsführende Dramaturgin. Seitdem als freie Dramaturgin tätig u.a. für Pottporus e.V. in der Leitung der  „Zeche 1 Zentrum für urbane Kunst“ in Bochum. 2017 übernahm sie die Programmleitung von „Tanzland“, einem Fonds der Kulturstiftung des Bundes in Projektträgerschaft des Dachverband Tanz. Sie lebt und arbeitet in Bochum und Berlin.

Patrick Ritter, Kulturwissenschaftler, Beratung und Vernetzung – Förderfonds Interkultur Ruhr
Patrick Ritter, 1980 in Neu-Ulm geboren, studierte nach Abschluss einer handwerklichen Ausbildung an der Universität Tübingen Empirische Kulturwissenschaft, Soziologie und Neuere Englische Literatur. Er hospitierte an verschiedenen Theatern in Süddeutschland und realisierte Ausstellungen und Filmprojekte. 2013 war er Koordinationsstipendiat im interdisziplinären Programm „art, science & business” an der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart. Seit 2015 lebt Patrick Ritter im Ruhrgebiet. Nach einem Volontariat im Projektmanagement bei Urbane Künste Ruhr ist er seit 2016 als kulturwissenschaftlicher Begleiter und Berater für Interkultur Ruhr (ein Projekt des Regionalverbandes Ruhr) tätig.