tanz.bühne

22.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der TanzFaktur

22.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der TanzFaktur

Foto ©: Klaus Fröhlich

Hinter Nebelschwaden, im Gegenlicht wird schemenhaft eine Gruppe sichtbar, vielmehr ein Gewirr an körperlosen Beinen. Im Raum ist ein Surren zu vernehmen, das sich zu einem immer lauter werdenden, pulsierenden Beat hin steigert. Ein nervöses Zucken durchfährt die Gliedmaßen des amorphen Rudels. Ohne sich wirklich zu fixieren, sind die höchst angespannten Körper aufeinander fokussiert, auf- und miteinander reagierend, und doch wie im “Autopilot” Modus. Zu sehen ist eine Ansammlung zuckender und bebender Körper in ständiger Alarmbereitschaft – für kurze Augenblicke wie paralysiert, dann wieder explosiv und raumgreifend.

Im Körper zeigen sich die Affekte und Effekte der heutigen gefährdeten und anthropozentrischen Welt. Alles – der Raum, der Sound, die Bewegungen des Einzelnen – scheint hier zu einer diffusen Bedrohung verschmolzen, auf die die Körper allein mit instinktiver und reaktiver Spannung reagieren. In immer wieder neuen Konstellationen, in einem zwanghaften Spiel aus Nähe und Distanz, Gemeinschaft und Individualisierung, scheint die Horde diese unbestimmte Bedrohung immer wieder von neuem ausbalancieren zu müssen. In ihren Bewegungen entwickelt die Gruppe aber auch eine Sprachlichkeit, mit der sie nicht nur auf- und miteinander agiert und reagiert, sondern sie zu immer wieder neuen Transformationen und Varianten eines gemeinsamen hybriden Körpers treibt.

HYBRIDITY ist der dritte Teil des Werkzyklus “The unknown body“, in dem das Ensemble um die Choreographin Rafaële Giovanola unterschiedliche Szenarien entwirft, die den Körper in einer, sich radikal verändernden Welt ausgesetzt zeigen. Wie in den Erfolgsstücken „Momentum“ und „Vis Motrix“ inspiriert sich die CocoonDance Company bei ihrer Suche nach dem noch ‚ungedachten‘ Körper erneut an fremden Körpertechniken. Ausgangspunkt ist die Begegnung und Vermischung zweier ganz unterschiedlicher Bewegungskulturen: zum einen das in Thailand seit Jahrhunderten praktizierte Thai-Boxen und zum anderen das romantische Ballett des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Bewegungsformen gehören zum Kulturerbe, beeinflussen nach wie vor die tradierten Körperbilder in Asien und Zentral-Europa und könnten kaum konträrer sein. Auf der einen Seite das choreographische Ideal des immateriellen, ätherischen Körpers, auf der anderen eine Vollkontakt-Sportart.

CocoonDance ist aktuell eine der aufregendsten zeitgenössischen Tanzkompanien in Deutschland. Nach zwanzig Jahren künstlerischer Arbeit entwickelt sich die Gruppe um die Choreografin Rafaële Giovanola und den Dramaturgen Rainald Endraß unbeirrt weiter und verhandelt zeitgenössische Themen künstlerisch-progressiv auf höchstem Niveau.

Von und mit: Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Álvaro Esteban, Susanne Schneider, Anna Harms, Frédéric Voeffray
Choreografie:  Rafaële Giovanola
Komposition: Jörg Ritzenhoff, Franco Mento
Licht, Raum: Boris Kahnert, Peter Behle
Kostüme: Mathilde Grebot
Coaching Ballett: Isabelle Fokine
Coaching: Muay Thai: Priest West
Outside eye:  Susanne Schneider, Leonardo Rodrigues
Dramaturgie: Rainald Endraß 
Produktionsleitung: Daniela Ebert, Neele Renzland
Management: Mechtild Tellmann & Groundworkers

Gefördert durch Fonds Darstellende Künste, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Darstellende Künste e.V., RheinEnergieStiftung Kultur, Bundesstadt Bonn, Pro Helvetia, ThéâtrePro Valais, Loterie Suisse Romande, Conseil de la Culture État du Valais

In Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr Mülheim, Théâtre du Crochetan Monthey, Hessisches Staatsballett, im Rahmen der Tanzplattform Rhein Main und Unterstützung durch Theater im Ballsaal Bonn, Malévoz Quartier Culturel.

23.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – Mitschnitt

23.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – Mitschnitt der Premiere im Oktober 2018 in der Studiobühne Köln

Foto ©: Ingo Solms

Ein außergewöhnliches Spiel von Körper und Blicken, Sichtachsen und Symmetrien. Ein ungleiches Performer-Trio konfrontiert in „My Body is Your Body“ die Zuschauer*innen mit ihrem eigenen Zuschauen, stellt unsere tradierten Blicke in Frage und verweist sie in in die Ränge der bi-frontalen Blickarena: direkt in die „opposing benches“ ähnlich die des Britischen Parlaments. Zu behandelndes Objekt: der Körper inklusive dem Ich da drin. Ein Spiegel wirft das Hineingeworfene geometrisch punktgenau zurück. Im Angesicht des gespiegelten Blickes unseres Gegenübers erscheint allerdings so manche gesehene Realität als eine andere. Das vermeintlich Objektive wird im Auge des Betrachtenden plötzlich verrückbar und eröffnet subtile Zwischenräume. Andere sehen Anderes.

Inszenierung und Konzeption: Tim Behren
Performance und Kreation: Leon Börgens, Leonardo García, Mijin Kim
Soundkomposition, Musikalische Dramaturgie: Simon Bauer
Licht- und Bühnengestaltung, visuelle Dramaturgie: Charlotte Ducousso
Dramaturgische Begleitung, Research: Eric Eggert, Mirjam Hildbrand
Outside eye, Training: Patricia Carolin Mai, Susanne Schneider
Technische Betreuung: Garlef Keßler
Kostümgestaltung: Monika Odenthal
Produktionsleitung: Jari Ortwig
PR, Management: mechtild tellmann kulturmanagement

Gefördert von: Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kunststiftung NRW, RheinEnergieStiftung Kultur, Fonds Darstellende Künste
Premierenkooperation: studiobuehnekoeln
In Kooperation / mit freundlicher Unterstützung: Hessische Staatsballett / Staatstheater Darmstadt – Hessisches Staatstheater Wiesbaden, ehrenfeldstudios e.V., Maschinenhaus Essen, C.IN.E Sineu / Mallorca, Zirkus Paletti Mannheim.

27.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Bühne)

27.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

„It took my breath away“ ist eine Lippensynchro des Lebens. Shirley NOT erforscht die grundlegende menschliche Aktion der Atmung – etwas was wir alle tun – ausnahmslos! Was raubt Ihnen den Atem, wessen Atem sehen Sie?

Die neue Show von „Shirley Not” widmet sich Liedern über Atem und Stimme und bringt zeitgenössische Tanzpraktiken, den urbanen Tanzstil Waacking und eine persönliche Perspektive auf Besitz und Ausbeutung zusammen.

Konzept/Choreografie/Performance/Produktion: Douglas Bateman Waacking mentor: YelizPazar
Musik: „Breath“ von Ain Bailey

Gefördert durch: Stipendienprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Quartier am Hafen. 
Koproduziert durch: tanz.tausch tanz und performance festival köln.

27.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Ausstellungshalle)

27.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Marc Doradzillo

Emi Miyoshi kreiert ein choreografisches Tableau aus fernöstlicher und westlicher Ästhetik, in dem sie ihren Wurzeln neu begegnet. Im Mittelpunkt steht der ewige Kreislauf des Lebens, die beständige Auf- und Abwärtsbewegung, mit der alles Lebendige voranschreitet. »Depth of Field« bezeichnet in der Fotografie die Tiefenschärfe, den Bereich, innerhalb dessen ein Objekt scharf abgebildet wird. Licht und Schatten kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Durch Ein- und Ausblenden wird der Blick des Publikums manipuliert und wird gleichzeitig eingeladen, sich auf neue Sichtweisen einzulassen und dabei Neues zu entdecken.

Konzept/Installation/Choreografie/Tanz: Emi Miyoshi
Videoinstallation/Fotos: Marc Doradzillo
Musik: Ephraim Wegner
Licht: Natalie Stark
Dramaturgische Unterstützung: Emma-Louise Jordan

Produktion: SHIBUI Kollektiv

In Kooperation mit dem E-WERK Freiburg 
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Freiburg, Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg und der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg.

28.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Bühne)

28.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

Die Suche nach Individualität, die Sehnsucht nach Normen und Zugehörigkeit, die Verausgabung und das Aneinandergeraten von körperlichen Strukturen lösen verbale und körperliche Auseinandersetzungen aus. Sie sind störende Elemente, die ständige Interventionen verlangen. 

In ‚those who knew the rules‘ gehen sechs Performer*innen den Fragen nach Kollektivität und Kommunikation mit voller Körperlichkeit auf den Grund.

Marie-Lena Kaiser ist Choreographin und Tänzerin ansässig in Essen. 2016 schloss sie ihr Studium an der Folkwang Universität als Tänzerin ab und arbeitet seitdem erfolgreich freischaffend im In- und Ausland. ‘Those who knew the rules’ ist eine Zusammenarbeit zwischen der Choreographin und dem Studiengang Physical Theatre der Folkwang Universität der Künste.

Perfomer*innen: Nina Maria Zorn, Julia Berger, Elina Brams Ritzau, Wayne Götz, Faris Saleh
Choreografie: Marie-Lena Kaiser
Outside-Eye: Leonie Burgmer
Choreografische Assistenz: Milena C. Kolbowski
Musik: Colin Stetson
Kostüm: Noemi Baumblatt 

Gefördert von: Folkwang Universität der Künste 

28.01 – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Ausstellungshalle)

28.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Moo Kim

In einer Landschaft aus Präsenz und Verschwinden, Absicht und Zufall, Produktivität und Wirkungslosigkeit erkunden Jone San Martin und Ildikó Tóth die verschlungenen Pfade des choreographischen Raums zwischen Bewegung und Musikalität.

Im Mittelpunkt ihres Duetts How to take off panties naturally, in front of big audience steht der Weg als Ziel. Er ist wichtiger Bestandteil des Entstehungsprozesses ihrer Performance, denn die beiden Tänzerinnen lassen sich bewusst von den sich während des Arbeitsprozesses auftauchenden Ab-, Um- und Seitenwegen leiten. Damit lösen sie sich vom starren, unlebendigen, vorher zu sehr Geplanten und begeben sich auf die Suche nach dem neuen, lebendigen Ungeahnten, mit allen Konsequenzen.

ILDIKÓ TÓTH studierte Tanz in Rotterdam und New York City. Sie war Mitglied der Forsythe Company in Frankfurt und wirkte in Produktionen von Thierry de Mey, Heiner Goebbels, Fabrice Mazliah, Colleen Thomas, Sebastian Matthias und Irina Pauls mit. Ildikó ist Gastdozentin an der Palucca Schule Dresden und unterrichtet regelmäßig Forsythe Improvisation sowie zeitgenössischen Tanz in der Tanzfabrik Berlin, der Tanzplattform Rhein-Main Frankfurt, dem b12 Festival Berlin, in La Raffinerie Brüssel, K3 Hamburg oder The Playground NYC.

JONE SAN MARTIN aus Spanien studierte Tanz bei Mentxu Medel in Barcelona sowie am Mudra International in Brüssel. Sie tanzte bei der Compañía Nacional de Danza in Madrid, am Ulmer Theater und mit Jacopo Godani in Brüssel. Dem Ballett Frankfurt trat sie 1992 bei. Ab 2005 war sie Tänzerin der Forsythe Company und wurde 2006 mit dem Lifetime Achievement Award der Asociación de Profesionales de Danza de Gipuzkoa ausgezeichnet. Seit 2014 ist sie Associated Artist der Dantzaz Kompainia in Donostia sowie Mitglied des Tanzensembles Dance on.

Konzept & Performance: Ildikó Tóth, Jone San Martin
Musik: Sounds of Bees und Helicopter
Text adaptiert von TEDx talk: Seeing the world as it isn’t | Daniel Simons Visual Cognition Laboratory at the University of Illinois

Eine Produktion von 4fürTANZ e.V. in Zusammenarbeit mit LOFFT – DAS THEATER. Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Kulturamt der Stadt Leipzig. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

29.01 – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Bühne)

29.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

Eine Performance über die Entscheidung zur Kinderlosigkeit oder -freiheit. Egoismus, Kälte, ein Ignorieren ihrer Natur sind nur einige der Eigenschaften, die sich kinderlose Frauen vorwerfen lassen müssen. Doch was ist, wenn sie einfach ehrlich und mutig sind? Weil sie aussprechen, was andere nur denken? Und dabei sogar das Klima und ihre ganz persönliche Umgebung schonen?

PhysicalTheatre trifft auf Hörkunst: Mit Bewegung und Tanz, Text, Audio- und Videocollagen werden verschiedene Perspektiven und Rechtfertigungen zur Entscheidung der Kinderlosigkeit oder -freiheit aufgezeigt. Pia Alena Wagner, Josefine Rose Habermehl und Moritz Bütow arbeiten seit 2015 in unterschiedlichen Projekten und Konstellationen immer wieder zusammen. Sie alle sind Teil des atelier automatique, einem Ort für freie Kunst in Bochum.

Pia Alena Wagner: Choreografie und Performance
Josefine Rose Habermehl: Dramaturgie, Video und Hörkunst
Moritz Bütow: Lichtdesign und Technik
Sebastian Appelhoff : Beat

Gefördert von der Stadt Bochum

29.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Ausstellungshalle)

29.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

Liebesaus, Herzschmerz und Trauer ist absolut alles, was das Herz nicht begehrt. Das Künstlertrio aus Choreograf Sebastian Eilers, Tänzer Johannes Walter und Schlagzeuger Tobias Birke stellt sich dennoch die Frage, wie Herz und Verstand, wie Kopf und Bauch in der düsteren Zeit des Kummers miteinander interagieren: Ist der Körper dem angeschlagenen Herzen als alleinigen Taktgeber ausgeliefert, oder vermag das marternde Hirn das Metrum des Herzens zu beeinflussen? Und wo reichen sich beide Protagonisten die Hände und stürmen gemeinsam, völlig unbedacht, wieder nach vorne? Einzige Medizin in dieser Betrachtung des Liebesschmerzes scheint Marilyn Mansons Interpretation von „I put a spell on you“. Eine tänzerisch-rhythmische Tanztheaterrecherche über den Herzschmerz

HERZENSANGELEGENHEITEN wurde angeregt von einer choreografischen Arbeit der Regensburger Kollegin Ute Steinberger. 2004 wurde die Marke SETanztheater von Tänzer und Choreograf Sebastian Eilers in Nürnberg gegründet: Zusammen mit regionalen bis internationalen Tänzer*innen und Künstler*innen anderer Kunstsparten entstanden und entstehen abendfüllende, spartenübergreifende Stücke im Genre des Choreografischen Theaters. In Nürnberg probt und arbeitet das SETanztheater unter dem Dach der Tanzzentrale der Region Nürnberg e.V. Sein wichtigster Koproduktionspartner ist die Tafelhalle Nürnberg. Für die Spielzeiten 2016/17/18 erhielt das SETanztheater zusammen mit dem Stadttheater Ingolstadt die „Doppelpass“-Förderung der Kulturstiftung des Bundes.

Tanz: Johannes Walter
Schlagzeug/Tanz: Tobias Birke
Konzept/Bühne/Regie: Sebastian Eilers
Themenvorgabe: Ute Steinberger
Musik: Tobias Birke
Guitar Slim/Marilyn Manson 

Eine Produktion von: SETanztheater, unterstützt von der Tanzzentrale der Region Nürnberg e.V.
Gefördert durch:  Stadt Nürnberg, Bayerischer Landesverbands für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst

30.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Bühne)

30.01. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

Das deutsche Köln und das spanische Cadiz stehen beide in ihren Kulturen stellvertretend für den Karneval – ganz unterschiedlich, aber doch auch in vielem ähnlich. Genauso wie der Karneval an sich aus widersprüchlichen Identitäten besteht.

Nati Blanco – professionelle Flamencotänzerin und Choreographin – nähert sich dem Thema Karneval in dieser interdisziplinären und experimentellen Tanzperformance gemeinsam mit einem DJ aus der elektronischen Musik. Gegensätze und Parallelen der beiden Städte werden aufgezeigt, historisch beleuchtet und mit Elementen des traditionellen Flamenco und den zeitgenössischen Einflüssen von Physical Theater neu erschaffen.

Nati Blanco ist professionelle Flamencotänzerin und Choreografin, die in Köln lebt, tanzt und unterrichtet. In ihrer Arbeit vereint sie traditionellen Flamenco mit zeitgenössischen Einflüssen und Physical Theater und performt sowohl klassisch zu Live-Flamencomusik als auch zu experimenteller Musik.

Konzept/Choreografie/Performance: NatiBlanco
Musik/Komposition: Castora Herz
Dramaturgie, choreografische Assistenz: Adrian Castelló
Kostüm: Andrea Droemont

Koproduziert durch tanz.tausch – tanz und performance festival köln
Gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen 

30.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache (Ausstellungshalle)

30.01. – 21:00 Uhr dringeblieben.de – live aus der Alten Feuerwache

Foto ©: Oliver Look

Prelude 0|1 kombiniert zwei von Chun Zhang und Kai Strathmann choreographiert und getanzte Soli – in der jeder eine Welt und ihre Figuren über die Lebendigkeit, die Kreation und die Sehnsucht nach sich selbst schafft.

Prelude 0I1 ist der Auftakt einer Produktionsserie, die geleitet wird von dem Orakelbuch I Ging. Das siebentausend Jahre alte Buch besteht aus 64 Orakel Diagrammen. Ihre enge Beziehung zum 64-DNA-Code hat unzählige Wissenschaftler*innen und Philosoph*innen angezogen. Bereits John Cage und Merce Cunningham nutzten die Zufälligkeit des Systems. YIBU Dance hingegen nutzt das Nummernsystem und die Philosophie dieses Buches als eine choreographische Notation und Inspiration der Kreation. Von 2020 an werden jedes Jahr zwei Diagramme aus den 64 Orakeln nach dem Zufallsprinzip als choreografische Notation und Richtlinie eines Tanzabends herausgezogen. Jeder von ihnen ist ein tiefes Gespräch zwischen den Künsten der Bewegungen, dem genetischen Code, dem binären System und der Spiritualität.

YIBU Dance ist ein Ensemble für zeitgenössischen Tanz, das von dem Choreografenpaar Chun Zhang und Kai Strathmann gegründet und 2019 mit dem Kurt Jooss Preis ausgezeichnet wurde. YIBU bedeutet auf Chinesisch Schritt für Schritt: grundlegend, originell und stetig. Die Richtung ist klar: zurück zur Bewegung.

Chun Zhang, Tänzerin und Choreographin, machte ihren Abschluss in Choreographie an der Folkwang Universität Essen. Zuvor war sie vier Jahre im Macao Conservatory als Tanzlehrerin und Choreographin. Ihr Tanzstudium begann sie 1998 in Shanghai. Sie absolvierte dort ein sechsjähriges Profitraining, studierte dann von 2004 – 2008 Bachelor of Arts “Chinese Dance” und machte anschließend ihren Master of Arts in Chinesischer Tanz Ästhetik an der Beijing Dance Academy. 

Kai Strathmann reiste 2006 zum ersten Mal nach Los Angeles, um dort in den Urbanen Tanz einzutauchen. Seither gibt er sein Wissen in Tanzschulen, sozialen Projekten und diversen Schulen in NRW weiter. Seit 2008 unterrichtet er auf Internationalen Urbanen Tanzfestivals und arbeitet mit den großen Namen der Szene. 2011 wird er mit “außerordentlicher künstlerischer Leistung” zum Bachelor Studium “Zeitgenössischer Tanz” an der Folkwang Universität der Künste aufgenommen, welches er 2015 erfolgreich beendete.  2013 hatte er zum ersten Mal die Möglichkeit, mit der Pina Bausch Kompanie zu arbeiten und wird seither regelmäßig als Gast engagiert. Direkt im Anschluss an das Studium begann Kai Strathmann seinen Master in Tanzkomposition – Choreographie. 2016 erhielt er die Förderung der Studienstiftung des Deutschen Volkes als Vollstipendium. 

Tanz/Choreografie/Licht/Kostüm/Stage Design: Chun Zhang, Kai Strathmann
Musik: Kai Strathmann 

12.02. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus dem TPZAK

12.02. – 20:00 Uhr dringeblieben.de – live aus dem TPZAK

Foto ©: Ingo Solms

Ein Duett der Tänzerin Mijin Kim mit einem von der Decke hängenden 100kg schweren Pauschenpferd. „Circular Vertigo“ beschäftigt sich mit der geometrischen Form des Kreises als Urform der Attraktion und besetzt diesen klassisch mit dem Aufeinandertreffen eines (Pauschen-)Pferdes und einer Tänzerin im Managen-Rund. Eine reibungsvolle Begegnung, in der sich zwischen der Tänzerin Mijin Kim und dem massiven Pauschenpferd eine feingliedrige Virtuosität entwickelt. Ein wilder Reigen, eine zarte Annäherung, gefährliches Taumeln und triumphale Höhenflüge. Hervorgegangen aus der Reitkunst des 18. Jahrhunderts konnten besonders Frauen im Zirkus, u.a. als gefeierte Künstlerinnenstars auf Pferden, einen Platz fernab von klassischen Familienrollen finden. Durch die spielerische Besetzung der Mitte mit einem abstrahierten Machtobjekt – welches zeitgleich den Kreis dominiert und an die Möglichkeit des Ausbruchs aus starren Rollen erinnert – reflektiert Overhead Project einen gesellschaftlichen Raum, in dem weiblicher Gestaltungsfreiraum, Gleichbehandlung und Selbstbestimmung immer wieder neu erarbeitet werden müssen.

Overhead Project entwickelt seit 2008 Stücke an der Grenze von Zeitgenössischem Tanz, Circus und Performance. Das Label wird künstlerisch von dem Akrobaten und Choreographen Tim Behren geleitet und erhält die Spitzenförderung des Landes NRW. Overhead Project ist Initiator des TANZPAKT Stadt-Land-Bund Projektes „CircusDanceFestival“ in Köln.

Eine Produktion von Overhead Project, begonnen im Rahmen des Reload-Stipendium der Kulturstiftung des Bundes.

Gefördert durch: NATIONALES PERFORMANCE NETZ – STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUTSTART KULTUR, Hilfsprogramm Tanz. Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Kulturamt der Stadt Köln. In Koproduktion mit Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim und unterstützt durch TPZAK – Zirkus und Artistikzentrum, Köln

30.01. – 22:30 Uhr tanz.dance

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